Ohne Twitter wäre diese Geschichte vermutlich an uns vorübergegangen: Die Bewerbung2.0 von Michael Jäger auf die Stelle des Tatort-Kommissars.
Okay, die Welt dreht sich auch mit solch einer Wissenslücke weiter, aber es ist faszinierend zu sehen, welche „Ressourcen“ sich per Social Media mobilisieren lassen, und alle haben Ihren Spaß dabei. Auch Aktionen wie diese, in denen alle gemeinsam an einem Ziel arbeiten, machen das Leben bunter. Alles scheint möglich, und der chronische Zweifel und Pessimismus, der in vielen von uns steckt, weicht zumindest bei denen, die sich anstecken lassen, der Begeisterung für diese Aktion.
Worum geht es?
Michael Jäger, denen, die Vorabendserien gucken, als Schauspieler aus dem „Marienhof“ bekannt, bewirbt sich öffentlich für die Rolle des nächsten hessischen Tatort-Kommissars. Das ist nur allzu passend, da auch die Ausschreibung öffentlich über den „Stern“ durchgeführt wurde. Die Fernsehspielchefin des HR verkündete Ende September via Stern.de, dass die Rolle neu zu besetzen sei und sie sich über originelle Bewerbungen freue. Man braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, welche Berge an Bewerbungsmappen kurz darauf bei ihr eingetrudelt sind, still und heimlich, ohne viel Aufhebens, denn „über sowas verliert man kein Wort“ (wäre ja auch eine Blamage, wenn man sich später zu einer Absage äußern müsste
).
Alles andere als still und heimlich bewirbt sich Michael Jäger: Er hat das Web2.0 als Unterstützung mobilisiert.
Schon rein äußerlich passt Michael Jäger wunderbar in das Bild eines Tatort-Kommisars und dass er auf Zack ist, beweißt er mit dieser Bewerbungsaktion. Wer sich auch nur ein bißchen im Netz über Michael Jäger informiert (Material findet sich problemlos, auch von Vorteil für Produzenten, denn diese wissen dann eher auf wen sie sich einlassen), wer sich also informiert, merkt, dass dieser Mensch Herz und Hirn hat und den Mund aufmacht. Zu allen möglichen, vor allem sozial-relevanten, Themen: Zensur, Konsum, Schweinegrippe, Mauerfall etc. Sicher nicht der handzahmste Bewerber auf die Tatort-Rolle, aber einen kritiklosen Schauspieler, der nicht als Bürohengst sondern als engagierter und womöglich als markiger Kommisar authentisch rüberkommt, wird es kaum geben. Michael Jäger ist mit Sicherheit einer der authentischsten und integersten Bewerber. Auch daher schon unterstützenswert.
Eine transparente Bewerbungskampagne wie diese, verdient natürlich unsere Unterstützung. Mal sehen, was sich da aushecken lässt


































